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Willkommen bei Schiffsmodellbau M & W Hoppe

aktualisiert     am: 1.11.2010

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Rumpf

Rumpfbau in Holz

Moderne Segelschiffe und besonders Rennyachten sind relativ einfach gebaut und nur mit dem zweckmäßigen Zubehör versehen. Die Rümpfe haben meist auch keinen Decksprung.

Dies kommt uns Modellbauern beim Bau eines verzugsfreien Rumpfes sehr entgegen. Für Fahrtenyachten werden flache Radialspanten mit breit auslaufendem Heck bevorzugt. Bei Rennyachten hat der Trapezspant Vorrang, da dieser mehr Höhe laufen soll.

Meine Hauptwerkzeuge sind immer noch Laubsäge, Feile, Schmirgelpapier, ein scharfes Messer, Ständerbohrmaschine und eine einfache Stichsäge mit vergrößertem Arbeitstisch und schmaler geschliffenem Kurvensägeblatt. Die Stichsäge spanne ich umgekehrt in den Schraubstock und erledige damit alle groben Sägearbeiten.

Den Bau beginne ich ganz allgemein mit einer kleinen Bauhelling. Diese besteht aus einer verzugsfreien Grundplatte. Auf die Grundplatte zeichne ich die Mittellinie, den Schiffsumriss und die Spanteneinteilung.

Dann säge ich die Balkwegerleisten und Spanten in ca. 1 cm Breite aus, und die eventuell vorgesehene Kielleiste. Für die Grundkonstruktionen verwende ich je nach Schiffsgröße oder Verdrängung 2 bis 4 mm starkes Birkensperrholz. Die Balkweger stecke ich mit Stiften über die Umrißlinien auf. Sie stellen die Verbindung zwischen Bordwand und Deck her und dienen als Eckenverstärkung. Günstig ist es, wenn der Balkweger ca. 3 mm unterlegt wird, damit später das Deck innerhalb der Beplankung liegt. Hierbei darf die Unterlage nach außen nicht überstehen. Dann stelle ich die Spanten auf und richte diese mit Hilfe der Kielleiste senkrecht aus. Die Schlitze in der Kielleiste sollten so eng bemessen sein, dass die Spanten sich leicht verklemmen. Ist alles gut angepasst, ausgerichtet und festgesteckt, werden die Teile miteinander verleimt.

Nach der Trocknung werden die Spanten nochmals ausgestrakt. Unstimmigkeiten kann man durch Nachfeilen oder Aufflicken beseitigen, hierbei ist Sorgfalt angesagt, denn Beulen oder Dellen können bei einer 2 mm starken Holzbeplankung kaum noch ausgeschliffen werden.

Die Bugspitze kann eine Querverbreiterung erhalten. später wird diese dann mit Vollholz in Plankenqualität aufgefüttert.

Nun kann mit dem Beplanken begonnen werden. Zuerst wird die unterste Leiste bis auf die Grundplatte durchgehend angebracht. Der spätere Überstand nimmt das Deck auf. Auf die Spanten trage ich nur wenig Leim auf und verklebe die Beplankungsleisten nicht untereinander. Um Nagellöcher zu vermeiden, befestige ich die Planken möglichst nur mit Klammern.

Beim Anbringen der Planken. sind diese immer fest aneinander zu pressen, damit keine Fugen entstehen. Ich verwende zur Beplankung meistens Leisten 2 x 10 mm, hiervon lassen sich je nach Schiffsgröße und -form 3 bis 4 Stück in voller Breite anbringen, ohne dass diese sich stark verwinden.

Wichtig: Planken immer gleichzeitig auf beiden Rumpfseiten anbringen, um Verzug zu vermeiden!

Kommt man mit der Beplankung in die stärker gekrümmten Bereiche des Rumpfes, müssen die Planken angepasst werden. Hierzu klammere ich die Leisten an der größten Breite rechtwinklig zu den Spanten an. Nun biege ich die Leisten ebenso. über die Wölbung, klammere sie an und zeichne von innen die Kontur der letzten Planke mit Bleistift nach. Die neue Leiste schneide ich dann mit einem scharfen Messer zu und passe sie durch Nachschleifen sauber ein. Je nach dem wird nach gleichem Verfahren die Leiste vom und achtern verlängert. Hierdurch entsteht eine Verzahnung mit der Optik von durchlaufenden Planken. So wird weiter verfahren bis der Rumpf geschlossen ist.

Die Spantenbauweise macht meines Erachtens nicht so viel Arbeit wie oft angenommen wird, und es ist schön wenn man den Rumpf Stück für Stück wachsen sieht. Für die reine Holzarbeit meines 1m Bootes habe ich 1 Wochenende gebraucht.

Soll der Rumpf später farbig gestaltet werden, braucht man nicht so sorgfältig zu arbeiten. Alle Spalten werden dann mit dem später aufzubringenden Glasgewebe geschlossen.

Wenn man eine Naturholz-Sichtbeplankung wünscht, muss man natürlich wesentlich sorgfältiger arbeiten, da man dann ja Ungenauigkeiten nicht mehr mit Spachtel und Farbe kaschieren kann. Für diese Art der Beplankung habe ich meistens Mahagonileisten verwendet, denn auch moderne Segler werden heute noch formverleimt aus Mahagoni gebaut und nicht nur aus GFK.

Im Großschiffsbau hat sich das Sandwichverfahren bewährt, hierbei bestehen die Rümpfe aus mehreren Lagen Glas- oder Kohlegewebe mit einem Kern aus Balsaholz, Hartschaum oder sogar nur aus bienenwabenförmig verleimtem Hartpapier (sog. Honeycombs).

Diese Bautechnik wurde schon 1987 bei den deutschen Admirals Cuppern angewandt. Mit dieser Bauweise lassen sich sehr leichte aber dennoch formstabile Rümpfe herstellen. Bei meinem Modell des Eintonners CONTAINER hat sich der Balsakern aber nur bedingt bewährt: Da die Außenhautt nur aus einer Lage dünnen Glasgewebe besteht, drückt sich der Kern bei Stoßbelastung leicht ein. Deshalb verwende ich für lackierte Rümpfe nur noch Abachileisten, diese haben als Kern eine höhere Festigkeit als Balsaholz und sind noch relativ preiswert.

Ist der Rumpf fertig beplankt kann er vorsichtig mit einem Spachtel abgehoben werden. Dann klebe ich ihn von außen mit Klebestreifen (Verpackungsband)ab, dies verhindert das Ausdringen von Harz durch evt. vorhandere Ritze und die damit verbundene Benetzung der Außenhaut. Anschließend schneide ich Glasgewebestreifen in der Breite der Spantenabstände und lege diese in den Rumpf ein.

Bei der Verarbeitung von Kunstharzen sollten die Anwendungshinweise der Hersteller genau beachtet werden, insbesondere ist das Mischungsverhältnis genau einzuhalten und die Mischung sehr gut zu durchrühren. Außerdem Schutzhandschuhe nicht vergessen und nur in gut durchlüfteten Räumen oder im Freien arbeiten!

Nun streiche ich mit einem Pinsel das Harz auf das Glasgewebe und drücke dieses dabei an. Nach 24 Stunden ist das Harz normalerweise ausgehärtet. Danach wird mit Schleifpapier und Schleifklotz immer in Längsrichtung ohne Druck (damit keine Sicken an den Spanten entstehen) so lange geschliffen, bis alles schön glatt und gerade bzw. gerundet ist. Evt. Harzstellen ist besondere Beachtung zu schenken, denn wo das Holz frei liegt, schleift sich dieses schneller weg. Am Schluss sollte eine einwandfreie Holzoberfläche stehen. Vor der Weiterarbeit ist es dann sinnvoll, den Rumpf mit Klarlack oder einer Grundierung zu schützen, je nachdem, ob der Rumpt später in Natur verbleiben oder farblich behandelt werden soll.

Bei meinen letzten Booten habe ich die Rumpfschale mit dem kompletten fertigen Anstrich versehen um ein evt. Verschmutzen des Holzes bei der Anfertigung des Decks zu vermeiden.

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