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Riggbeispiel für ein einfaches leichtes Boot
Als Mast verwendete ich ein 10 mm CFK-Rohr. Im Top befindet sich die Achterstagaufhängung. Diese besteht aus einem 2 mm Stahldraht der in einer Bohrung im Mast sitzt und verklebt ist. Zur besseren Optik ist ein 0,5 mm Alu-Blech darübergebogen, das sich auch am Mast abstützt. Zur Aufnahme des Achterstags befindet sich am Ende eine Bohrung. Ebenfalls ist in Mastnähe eine Bohrung zur Anbringung eines Blocks zur Aufnahme des Großfalls. Ca. 20 cm tiefer im Mast ist eine Querbohrung 1,2 mm, hier ist das Wantenseil durchgeführt und verklebt. Kurz darunter sind vorn zwei 1 mm Borungen in denen eine Drahtöse geklebt ist. Daran sind das Vorstag und ein Block für das Fockfall befestigt. In Mastmitte ist eine 2 mm Bohrung für die Saling. Diese besteht aus einem 2 mm Stahldraht und 2 flachgedrückte Alu-Röhrchen (4 x 0,4 mm). Weiter unten befindet sich der Lümmelbeschlag. Dieser besteht aus zwei Augbolzen 2 mm die mit dem Mast verklebt sind. Ein weiterer Augbolzen ist in diesen gelagert und an dem Auge das Segel befestigt. Ein u-förmig gebogenes MS-Blechteil mit einem 3 x 0,4 mm MS-Rohr bildet mit den übrigen Teilen ein Kardangelenk, so das sich der Großbaum in alle Richtungen bewegen kann. Der Großbaum besteht aus 2 Vierkantleisten 4 mm und seitlichen Abdeckungen aus 1 mm Sperrholz. Vorn ist ein 4 x 0,4 mm MS-Rohr eingeklebt und in diesem ist ein 3 mm Augbolzen gelagert, der die Verbindung zum Mast durch den Kardankörper herstellt. Durch die drehbare Lagerung des Baums wird der Lümmelbeschlag nicht auf Torsion beansprucht, die durch die Einwirkung der Großschot und Segelanbindung entsteht. Am hinteren Ende des Baumes befindet dich eine Drahtöse, in der, der Unterliekstrecker umgelenkt wird. Unter dem Baum ist in einer Öse ein Block für die Großschot angebracht. Unterliekstrecker und Großschot werden jeweils an einer Klampe belegt, dadurch können beide stufenlos eingestellt werden. Auf einen Niederholer wurde vorläufig verzichtet, weil es auf „Oldtimer“ diese Vorrichtung früher noch nicht gab. Der Baum steigt bei loser Schot dadurch stärker an, aber die größere Bauchbildung lässt auch den Wind leichter vorbeigleiten, was der Stabilität des Bootes zu Gute kommt.
Am Mast über dem Lümmelbeschlag befinden sich noch auf jeder Seite eine Klampe zum Belegen des Vor-und Großfalls.
Segel
Die Segel, der „Motor“ des Bootes, ist aus 65 g/m² Spinnakertuch über die Schablone nach F.K. Ries aus mehreren Bahnen mit 6 mm breitem doppelseitigem Klebeband zusammen geklebt. In Der Vorliektasche des Großsegels befindet sich ein 0,6 mm dünner Stahldraht. An diesem ist das Segel mit dünnem Band leicht beweglich an den Mast gebunden (im Segel sind hierzu mit 10 cm Abstand kleine Ausrundungen in der vorderen Kante der Liektautasche geschnitten). In der Liektautasche der Fock ist das Vorstag durchgeführt. Die notwendige Spannung der Segel wird durch die einzelnen Fallen reguliert.
Herstellung profilierter Segel:
Damit der Wind an den Segeln wirksamer wird, erhalten die Segel einen Bauch oder Profil. Dieses Profil soll im ersten Drittel am tiefsten sein. Günstig ist es wenn das Profil wie bei unserem Boot verstellbar ist, denn bei wenig Wind und Vorwindkursen sollte das Profil tiefer und bei viel Wind und Amwindkursen flacher sein. Bei Amwindkurse treten auch ärodinamische Kräfte auf, die dem Segel Auftrieb geben wie bei einer Flugzeugtragfläche, die das Schiff in unserem Fall nach vorne schiebt oder zieht und dadurch ist es erst möglich gegen den Wind zu kreuzen.Um nun solch ein profiliertes Segel herstellen zu können bedarf es eines wichtigen Hilfsmittels, eine Schablone z.B. nach F.K. Ries (wie in dem Beiblatt gezeichnet). Das nützliche Heft über M-Bootbau von F.K. Ries ist beim Neckar-Verlag erhältlich.
Verfahrensweise:
Segel auf Papier aufzeichnen, aufteilen in 4 oder 5 gleichmäßigen waagerecht- oder lotrecht zum Achterliek verlaufenden Bahnen; 1/3 Markierung am Unterliek zum Vorliek kennzeichnen; Markierung mit Kopf verbinden und an den Bahnenteilungen anzeichnen; Bahneneinteilung auf Tuch übertragen; 1/3 Markierung; Zuschlag für Klebeüberlappung und Vorliektasche beachten; 1. Bahn über Wölbungsschablone ausrichten und feststecken; 1/3 Markierung auf dem höchsten Punkt der Wölbungsschablone; doppelseitiges Klebeband genau über der Teilungsmitte aufkleben; 2. Bahn darüberlegen, ausrichten, feststecken, Schutzpapier von Klebeband ziehen; Bahn vorsichtig antupfen, dann feststreichen; Verfahren fortsetzen; Segel mit Vorliekmarkierungspunkte ca. 0,5 cm über Tischkante oder Leiste feststecken; Schothorn an verstellbarer Auflage feststecken; Segelprofil durch verstellen der Spannungen ausrichten; Profil muß frei hängen; mit langem Lineal Vorliekpunkte verbinden; Strich = Knickkante für Liektasche; mit 6 mm Abstand von der Knickkante doppelseitiges Klebeband aufkleben; Liektasche umknicken; Schutzpapier abziehen und vorsichtig die Liektasche ankleben und vernähen; Eckenverstärkungen aufkleben oder nähen; Achterliek mit scharfem Lötkolben heiß abschneiden; Liektau einziehen; Segelösen einbringen, Randabstand ca. 5 mm; Segellatten an den Bahnenteilungen aufkleben; Verstärkungen an den Bahnenteilungen aufkleben; Segelprofil prüfen und anschlagen.(Um ein besseres Nähergebnis zu erzielen, Nadel öfter mit Pril abreiben.) Gutes Gelingen und viel Spaß mit dem Boot !
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