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Deck
Bei Holzbooten wurde die Verbindung der Seitenwand zum Deck durch das sog. Dollbord oder Balkweger hergestellt. Auf diesem liegen die Decksbalken auf. Die Decksbalken verbinden und versteifen quer über die Rumpfbreite den oberen Bootsrand und tragen das eigentliche Deck. Die Decksbalken sind in der Regel nach oben konvex gebogen, damit überkommendes Wasser besser ablaufen kann. Diese Deckswölbung nennt man auch Balkenbucht. Mit dem äußeren, breiteren Leibholz, auch Schandeckel genannt, wurde der Seitenrand abgedeckt. Um einen guten Längsverband zu erzielen, führte man die Stöße in Form von Hakenlaschen aus. Die Decksplanken wurden entweder parallel zur Schiffsmitte oder parallel zum Schandeckel verlegt. Die Enden der Planken ließ man dann stufenförmig in den Schandeckel oder in die Fischung der sog. Königsplanke ein. (Die Königsplanke ist die mittig, längs über das Deck laufende Planke.) Ein großes Problem war (und ist) natürlich immer die Dichtigkeit des Decks. Hierzu wurden die Kanten der Decksplanken mit Nuten versehen oder die Seiten schräg gehobelt. Diese Spalten wurden dann mit Werg (Baumwolle) karfaltert und mit Marineleim ausgegossen. Die Decksplanken bestanden je nach Bootsart aus Kiefer, Eiche oder Teak. Die Königsplanke und Laibhölzer wurden meist aus einer anderen Holzart gefertigt.
Bei meinen Modellen habe ich das Problem der Dichtigkeit einfach mit einer durchgehenden dünnen Sperrholzplatte als Decksunterbau gelöst. Auf diese werden dann die Decksleisten einfach aufgeklebt. Die Kalfaterung kann man je nach Maßstab des Modells auf verschiedene Arten darstellen. Am einfachsten ist es, wenn man die hohen Kanten der Planken vor dem Verleimen mit einem Filzstift schwärzt, dann erscheint nach dem Verlegen der Planken eine sichtbare schwarze Fuge. Eine andere Methode besteht darin, dass man zwischen die Planken jeweils einen schmalen Streifen schwarzer Pappe ein legt. Man kann die Pappe auch schon vorher auf die Leisten kleben. Hierzu spannt man mehrere Leisten in einem Paket flach zusammen und klebt dann auf die Seitenkanten einen Streifen Pappe. Nach dem trocknen des Leims werden die Leisten dann mit einer Rasierklinge auseinander geschnitten und können nun auf das Deck geklebt werden. Bei der von mir mehrfach angewandten Methode habe ich die Leisten mit Pinnwandstiften angesteckt, aber nicht durch die Leisten, sondern jeweils neben den Leisten, wobei die Stifte gleichzeitig als Abstandshalter für die nächste Planke dienten. In diese Fuge habe ich nun schwarzes Häkelgarn eingelegt. Die Fugen wurden dann später beim Anstrich mit Lack aufgefüllt. Diese Machart, meine ich, ist vorteilhafter wie das Ausfüllen der Fugen mit Sikaflex oder anderen schwarzen Massen. Und für ganz Mutige: Bei meiner PiPi besteht das Deck nur aus 1,5 mm starken Leisten, gerade verlegt, ohne Unterdeck, gedichtet nur mit dem Lackanstrich, hält immer noch dicht, auch nach über 20 Jahren!
Moderne Regattayachten haben zur Gewichtsersparnis möglichst ein glattes Deck ohne Stolperkanten mit runden Übergängen zur Plicht. Als Schutz vor dem Ausgleiten ist dann ein Antirutsch-Belag oder -Anstrich auf dem Deck vorhanden. Außerdem gibt es an kritischen Stellen noch Erhöhungen, damit die Füße der Segler auch dann noch einen Halt finden, wenn das Schiff ,,Lage schiebt”. Das Deck selbst besteht bei diesen Originalen aus Sperrholz oder GFK-Laminaten.
Aber auch auf einer modernen Fahrtenyacht kann ein Stabdeck eine Augenweide sein. Hier werden die Stäbe (Decksplanken) dann einfach auf das darunter liegende GfK-Deck aufgeklebt.
Bei meinen Modellen habe ich immer einen möglichst großen kontrast zwischen den verschiedenen Hölzern gewählt. So bestehen die Leibhölzer und die Wände für Plicht und Aufbauten meist aus Mahagoni, während die Decksplanken aus hellerem Holz wie Kiefer oder Abachi gefertigt sind. Aber ich habe auch schon Decks mit Teak belegt. Hierzu habe ich mir Leisten aus Furnieren geschnitten. Je nach Art des Holzes hat man hierbei aber einen größeren Verschnitt, da Teakholz große, lange, ölgefüllte Poren hat. Beim Sägen fallen daher Kanten oft einfach ab. Eine Alternative zu Teakholz ist das leichter erhältliche Nussbaumholz, dieses kommt dem Teakholz in der Farbe am nächsten und es gibt viele verschiedene Abmessungen im Fachhandel.
Früher mussten die Decksplanken auf die Decksbalken genagelt oder geschraubt werden. Ein Problem waren hierbei die Eisennägel. denn diese rosteten sehr schnell und verunstalteten auch damit das Deck. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden die Nägel in den Planken versenkt und diese Senklöcher dann mit Holzstopfen aufgefüllt und glattgehobelt.
Bei einem Modellnachbau halte ich die Andeutung dieser Holzstopfen eigentlich für übertrienen, denn meiner Meinung nach sollte man die Nägel ja gar nicht sehen, zumindest nicht auf Yachten der feineren Art, daher verwendete man für die Stopfen auch das gleiche Holz wie für die Planken und die Maserung der Stopfen wurde in die selbe Richtung wie die der Planken gedreht. Aber natürlich gibt es Modellbau-Enthusiasten, denen auch diese Arbeit nicht zu viel ist oder die sogar die Stopfen in etwas dunklerem Holz fertigen, damit sie sich vom übrigen Deck abheben. Bei Oldteimermodellen kann diese Arbeit natürlich auch das Modell wertvoller machen. Auf modernen Yachten werden heute die Planken nur verleimt, so das das Vernageln generell entfällt:
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