|
Allgemeine Bauanleitung
Konstruktion
Planung
Eine moderne Yachtbietet sich für den Einstieg in den Schiffsmodellbau an. Diese Boote haben einfache glatte Linien, einen untergehängten Kurzkiel, sie sind deshalb einfacher zu bauen und man kann sich leichter ein Vorbild suchen. Wenn kein Plan zur Verfügung steht, brauche ich als Konstruktionsgrundlage mindestens die Hauptabmessungen und die Verdrängung. Weiterhin sind Fotos von der Seite, von vorn und vom Heck vorteilhaft. Der Hauptspant sollte in der Grundform erkennbar sein. Zudem werden für die Decksgestaltung ausreichend Fotos aller Beschläge benötigt. Ein bebilderter Prospekt ist ebenfalls sehr vorteilhaft.
Eine wahre Fundgrube ist für mich immer die Messe “boot” in Düsseldorf. Hier sind immer die neuesten Konstruktionen der einzelnen Firmen ausgestellt, aber auch restaurierte Oldtimer gibt es zu sehen.
Bei der Planung eines neuen Modells nach Vorbild, sollte man sich dessen immer bewußt sein, das der Wind sich stärker am leichteren Modell auswirkt als bei seinem großen Vorbild. Deshalb ist es ratsam, die Segelfäche um ca. 10 % zu verkleinern und den Kiel mindestens um ca. 10 % zu verlängern. Diese Änderungen fallen optisch kaum auf und tuen der Stabilität des Bootes gut. Eine ausreichende Stabilität wird erreicht bei einem Ballastanteil von 50 % bei Anbringung an dem tiefsten Punkt. Und noch eins: Modelle nach Vorbild, segeln genauso gut oder schlecht wie ihre Vorbilder, d. h. sie haben oft die gleichen Eigenschaften.
Maßstab
Modelle ab ca. 1m Länge lassen sich gut realisieren. Besser ist etwas größer, je größer das Modell wird, desto besser werden die Kräfte aus Wind und Wassergegendruck kompensiert. Jedoch sollte auch das Gewicht im Auge behalten werden. Ein Boot von 1m Läange, 30cm Breite und 5cm Rumpftiefgang verdrägt ca. 5 - 6 kg. Umgerechnet auf 1,5 m Länge ergibt schon ein Gewicht von ca. 5 x 1,5³ = 16,9 kg. Eine Länge von 1,2 - 1,3 m ist da schon angebrachter, denn das Boot lässt sich noch bequem von einer Person aus dem Wasser heben. Maßstäbe 1:10 bis 1:15 sind ideal, hierbei lassen sich noch alle Details funktionsfähig verwirklichen.
Aufriß
Hierzu benötige ich mindestens eine stabile Sperrholz- oder Spanplatte, rechtwinklig zugeschnitten mit glatten Kanten, eine Reißschiene, ein langes Linial in Schiffslänge, einen Maßstab, ein Kurvenlinial, Strakleisten 2 x 5 x 1000 und 2 x 10 x 1000 mm, dünne Pinnwandstifte oder kleine Nägel, einen weichen und einen harten Bleistift, Radiergummi, einen Tuschestift z.B. “Rotring 3,5”, mehrer Bögen Transparentpapier A0, Tesa Klebeband, einen Dia-Projektor oder einen Kopierer auf dem man belibige Vergößerungen machen kann. Mit Hilfe des Projektors oder Kopierers kann ich mir dann eine Zeichenvorlage in der gewünschten Größe auf meine Zeichenplatte zaubern.
Als erstes zeichne ich mir auf der Rückseite des Papiers serh sauber die Spanteneinteilung auf, 10 cm Abstand haben sich als ausreichen erwiesen, dann folgt die Wasserlinie und für die Draufsicht die Mittellinie. Dadurch erreiche ich das beim späteren radieren die Linien erhalten bleiben. Nun drehe ich das Papier um und lege die Wasserlinien übereinander. Ich beginne mit den Umrißlinien der Seitenansicht. Die Wasserlinie dient mir später zum Abgreifen der Maße. Danach lege ich die Draufsicht fest. Zum zeichnen der langen Bögen dienen jeweils die Strakleisten. Anhand der Seitenansicht und der Bug- und Heckfotos versuche ich mir in der Draufsicht den Verlauf der Wasserlinie vorzustellen und zeichne diese ein. Nun kann ich mit dem Entwurf des größten Spants beginnen und danach mit den anderen. Alle Breiten und Höhen messe ich mir aus den vorhandenen Linien heraus. Zur kOntrolle lege ich noch mindestens eine waagerechte Linie über und unter der Wasserlinie in der Seitenansicht an. Nach mehrfachem, wechselseitigem Vergleichen und neuerlichem Ausstraken erhält man sicherlich einen brauchbaren Spantenriß. Diesen zeichene ich dan mit dem Tuschestift und Kurvenlinial aus, wobei ich soweit wie möglich immer die gleiche Kurve verwende.
Bei der Entwicklung der Risse ist große Sorgfalt angebracht, denn eine 2mm starke Beplankung läßt kaum Abweichungen und Ausschleifen zu. Die Spanten selbst lege ich mit 1 cm Breite fest. Die Kielleiste teile ich in Bug-, Mittel- und Heckteil. Den mittleren Teil plane ich doppelt mit 1 cm Abstand und ca. 4 cm hoch. Der Zwischenraum dient zur späteren Aufnahme der Kielbolzenrohre. Bug- und Heckteil werde 2cm hoch. An den Spantenlinien zeichne ich 1 cm tiefe und 4 mm breite Schlitze zur Aufnahme der Spanten. Für den mittleren Teil konstruiere ich noch eine Deckplatte mit seitlichen Streben zu den Spanten. Diese Deckplatte dient der allgemeine Verstärkung der Bodengrupp und zur späteren Lagerung der Kielbolzen, der Winden und Servos. Der Aufriß der Deckslinie dient auch gleichzeitig zur Anfertigung eines ca. 1 cm breiten Balkweger in einem Stück. An diesem lassen sich die Spanten gut ausrichten und fixieren.
Sollte der Rumpfauriß und der Bau gut gelingen, ist der nächste Entwurf evtl. ein S-Spant für einen Oldteimer mit Langkiel.
|